In Köpfe und Herzen reisen

Während der Film durch seine dramaturgischen Abläufe die Kinder in seinen Bann zieht, kann man in der virtuellen Welt die Realität „aufbrechen“ und Räume zusammenführen, die es eigentlich so nicht gibt. Und diese kann man sogar betreten. Jeder Nutzer agiert selbstbestimmt innerhalb der VR-Experience und folgt der Dramaturgie einer Geschichte, für die er sich spielerisch entscheidet.

Zusammen mit unseren Kindern entwickeln wir für jede/n Protagonist/in ihre/seine eigene Welt – einen audiovisuellen Mix, bestehend aus 360 stereoskopischen Fotos, dokumentarischem Material, Zeichnungen und 3-D-Modellen.

Unsere Hauptplattform wird die VR-Brille „Oculus Go“ sein, die kleine Interaktionen, ausgelöst durch den Blick des Users oder durch die Betätigung des Controllers, ermöglicht. Animationen und Minispiele, die auf eine andere Erlebnisebene – in einen neuen „Raum“ – führen sowie Geräusche/Musik können so aktiviert werden.

Unsere VR-Experience macht es möglich, die inneren Welten unserer jungen ProtagonistInnen zu betreten und sich neugierig umzublicken und bei jedem weiteren Besuch neue Geschichten und Räume zu erkunden.

 

Es gibt eine „Hauptwunderkammer“ als Ausgangsraum für die VR-Experience. Sie beherbergt eine bunte Sammlung von kuriosen oder einfach schönen Gegenständen, wie funkelnden Steinen, einem sprechenden Fisch, einem Löwen, einer am Boden zerschellenden Büste, Meerschweinchen, die in Schubladen tanzen, einer Lampe, die Wassermusik spielt, echtem Dschungel und vielem mehr – alles von unseren Kindern erdacht, um ihre „perfekte“ Wunderkammer zu erschaffen.

Doro, die im Film die Kinder sucht, heißt die Besucher willkommen und gibt eine kleine Einführung. In der Hauptwunderkammer sind die „Eintrittskarten“ für die persönlichen Innenwelten jedes Kindes versteckt, die in jeweils ca. 3 bis 5-minütigen Settings erfahrbar gemacht werden.

Ein Mini-Spiel führt jeweils in die Welt eines Kindes. Zum Beispiel findet sich ein Chamäleon mit den blauen Augen von Elias. Es ist möglich, mithilfe des Controllers das Tier anzumalen, denn daneben stehen Farbtöpfe, die einladend abwechselnd leuchten. Wenn man die blaue Farbe wählt, wird der Übergang zu Elias` Planeten freigeschaltet und man landet in seiner Welt: einem Planeten, auf dem er mit seiner etwas verschrobenen Freundin, der Sprachbox ROSE, fliegenden Ventilatoren, Monsterpflanzen und Katzenmenschen lebt. Oder ist er gar selbst ein Katzenmensch?
Der Besucher wird von ROSE begrüßt und während man Pflanzen, Meerschweine und Ufos fönt oder gießt, erzählt ROSE ein wenig mehr über Elias Welt.

Royas Raum erreichen wir, in dem wir der Meerjungfrau-Prinzessin, die sich in der Hauptwunderkammer befindet, ihren verlorenen Fisch zurückbringen. Beide springen gemeinsam in einen Strudel, der sie geradewegs in den Innenhof von Royas neuem Zuhause in Jena-Lobeda führt. Während Roya von ihren Erinnerungen an ihre alte Heimat in Teheran erzählt, „erscheinen“ ihr Schloss und ihre Hühner. Auch ihre Erinnerungen an die Flucht werden mit animierten Zeichnungen dargestellt.

Jede der vier Kinderwelten zeichnet sich durch eine andere Erzählweise aus, die dem jeweiligen Kind seine individuell passende Ausdrucksform bietet. Mit Wisdom gehen wir auf eine Floßfahrt und lauschen dabei seiner Familienlegende, in der sein Urgroßvater mit einem Löwen kämpft und ihn besiegt. In Jolines Welt kann der Besucher Buchstaben und Zahlen in blauglänzende Käfer verwandeln, dabei entsteht eine lustige Nonsens-Musik.